Wie ist Gott?

Heute sind wir draußen unter dem freien Himmel. Deshalb brauchen wir heute keine Bibel, wenn wir drüber nachdenken, wie Gott ist. Denn was wir hier um uns haben – das Gras, die Bäume, die Wolken – das hat ganz direkt mit Gott zu tun.

Schauen wir uns mal die Bäume an. Das sind lauter Linden. Aber jede einzelne Linde ist anders. Auch die Blätter. Die sind schon ähnlich. Aber wenn man Lindenblätter abpflückt und nebeneinanderlegt, merkt man: auch da ist keines genau gleich wie das andere. Sie sind nicht standardisiert.

In unserer technischen Welt ist das anders. Eine Maschine, die zB solche Filzstifte macht, spuckt sie in Massen aus. Und einer sieht aus wie der andere. Massenprodukton, alles gleich. Das ist die Grundlage unserer technischen Zivilisation.

Und weil diese technische Zivilisation inzwischen die ganze Erde mit standardisierten Produkten überschwemmt, kommt uns die Technik vor wie ein großer Erfolg. Und wir haben uns dran gewöhnt, alles nach diesen technischen Prinzipien zu denken. So versuchen wir möglichst alles einzuteilen: in Gruppen, Reihen, Serien, wo alles identisch ist. Passt! Und was nicht passt, wird passend gemacht.

Doch über der Begeisterung haben wir fast vergessen, dass es auch noch etwas gibt, wo ganz andere Prinzipien wirken als in der Technik.

Alles, was lebt, ist vollkommen anders. Ach und nicht nur das, was lebt. Auch Steine: kein Stein ist mit dem anderen identisch.

Ja, ich glaube, man kann sagen: in der ganzen Natur gibt es nichts, was mit etwas anderem völlig identisch ist. Alles, was es in der Natur gibt, ist besonders, individuell. Jedes für sich einmalig.

„Natur“ das ist Gottes Schöpfung. Und deshalb sehen wir, wenn wir uns jetzt umschauen, überall etwas, was von Gott kommt. Ja und da sehen wir auch etwas von Gottes Charakter.

Gott ist kein Konstrukteur. Er hat kein Fließband, von dem lauter gleiche Teile laufen. Sondern Gott liebt das Individuelle. Er kümmert sich um jedes Geschöpf, um jedes ganz besonders.

Das finden wir natürlich auch in der Bibel: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen!“ (Jes 43). Da sagt Gott: Ich habe dich, Wolfgang, ins Leben gerufen, bei deinem Namen. Ja, genau dich. Ich habe nicht ein Modell Mensch entworfen, das nun in milliardenfacher Kopie vom Fließband läuft.

Nein. Dich! Dich habe ich gerufen. Dich habe ich geschaffen. Du bist einmalig. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen!“

Gut, das hört man wahrscheinlich im christlichen Umfeld öfter so ähnlich. Es ist ja ganz nett, dass jeder von uns einmalig ist.

Aber wenn wir es ernstnehmen, dann hat das Konsequenzen. Konsequenzen, die uns mit dem technisch- standardisierten Denken in einen scharfen Konflikt bringen.

Denn in unserer technisierten Gesellschaft werden wir Menschen ja nicht als Individuen wahrgenommen. Sondern als einer von vielen angeblich Gleichen. Das hat manchmal böse Folgen. Bei meiner Frau zum Beispiel. Sie hat immer wieder mal ein lokales Betäubungsmittel bekommen – beim Zahnarzt oder bei einer kleinen Operation. Und das hat nicht gewirkt. Sie hat die Schmerzen immer noch gespürt. Auch dass der Arzt nochmal nachgespritzt hat, hat nichts geholfen. „Das wirkt immer!“ Und er hat die Zange angesetzt. Aber bei meiner Frau wirkt es nicht.

Vielleicht kennen Sie so etwas auch. Die Frage, ob ein Medikament anschlägt. Es bewirkt eben nicht jedes Medikament bei jedem Menschen das gleiche. Das Medikament ist schon gleich. Aber die Menschen sind verschieden.

Weil Gott jeden Menschen individuell ins Leben ruft und individuelles Wesen gibt. Was die äußere Erscheinung angeht, ist uns das klar – Größe, Haarfarbe, Gesichtszüge, Geschlecht – alles unterschiedlich. Doch unser Innenleben ist genauso unterschiedlich.  

Deshalb ist es auch fatal, wenn viele unterschiedliche Menschen die gleiche Impfung bekommen. Manche werden von der Impfung geschützt. Bei anderen bleibt sie wirkungslos. Manche werden aber auch krank und manche sterben durch die Impfung.

Weil da etwas ganz grundsätzlich nicht zusammenpasst: Jeder Mensch ist von Gott vollkommen verschieden und individuell geschaffen.  Doch die technische Medizin benutzt für alle die gleiche Impfung.

Auch die angeblichen Corona- Schutzmaßnahmen kranken an diesem Problem: Von der technisch- bürokratischen Medizin sind Risikogruppen definiert worden, etwa die über 60- Jährigen. Die sollten besonders geschützt werden. Doch bei den über 60- Jährigen gibt es ja vollkommen verschiedene Menschen. Da gibt es kerngesunde, die kaum je krank waren und die einfach nichts umhaut. Es gibt auch welche, die schon immer jede Erkältung aufgeschnappt haben.

Es gibt welche, die gern allein sind und eigentlich niemand brauchen. Und es gibt Leute, die gesellig sind und die depressiv werden, wenn sie eine Woche lang mit niemandem zusammensitzen können.

Ja und es gibt natürlich noch viele andere, weil jeder einzelne von Gott bei seinem Namen gerufen wird und weil deshalb keiner ist wie der andere.

Und da wollen Medizinbürokraten eine Risikogruppe definieren, die man über einen Kamm scheren kann? Für manche passen die Maßnahmen vielleicht. Aber andere bringen sie in Not und machen krank.

Um zu sehen, wie falsch dieses technisch- bürokratische Denken ist, braucht niemand zu studieren. Sondern da müssen wir nur genau hinschauen.

Zuerst bei uns selbst und bei den Menschen, die wir gut kennen. Und dann auch bei allem anderen, was lebt, was Gott geschaffen hat. Dann merken wir, was es bedeutet, wenn Gott sagt: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen!: Es gibt keine zwei Geschöpfe, die identisch sind. Gott mach jedes ganz individuell, Gott macht jedes besonders.   

Und wir werden Gottes Geschöpfen – und damit uns selbst – nur gerecht, wenn wir jedes Geschöpf als individuell und besonders respektieren.

Ja und dann wird uns auch etwas über Gott klar. Sobald wir genau hinschauen und sehen, dass kein Baum ist wie der andere, kein Grashalm, kein Mensch: Gott hat unendlich viele Möglichkeiten. Und weil er das individuelle liebt, tut er nie zweimal das gleiche.

Uns Menschen steht beim Nachdenken über Gott auch immer unser technikkonformes Denken im Weg. Bei der Technik gehe ich ja davon aus: Wenn ich den richtigen Knopf am Kaffeeautomat drücke, dann kommt Espresso aus der Düse. Ich würde blöd schauen, wenn ich den Espressoknopf drücke und die Rollläden gehen runter.

Und so gibt es auch, was Gott angeht, die Erwartung: ich bete und dann müsste doch das eintreffen, worum ich gebetet habe. Also das Kaffeeautomatenprinzip.

Und mir ist es ja tatsächlich auch schon so passiert: ich habe gebetet und genau das ist geschehen, worum ich gebetet habe. Aber beim nächsten Mal nicht mehr.

Wer auf der technischen Spur ist, gibt dann enttäuscht das Beten auf. „Das erste Mal war halt Zufall.“

Aber Gott fährt nicht auf der technischen Schiene. Genauso, wie er jeden Baum individuell wachsen lässt, genauso tut er jedes Mal etwas anderes. Nie zweimal das gleiche.

Wenn wir nach Gottes Spuren suchen, dann müssen wir nach dem Zufälligen schauen, nach dem Einmaligen, Unwiederholbaren. Für unser technisches Denken ist dabei so misslich: dass es Gott war, lässt sich nie beweisen. Denn was nur einmal passiert, lässt sich halt nicht beweisen. Da kann man keine Versuchsanordnung machen.

Deshalb kann man mit einem Wunder nicht rechnen. Ein Wunder kann man nicht einplanen. Ein Wunder ist ja auch deshalb ein Wunder, weil man sich drüber wundert. Wenn Menschen bei Jesus gesund geworden sind, hat sich anscheinend sogar Jesus selbst manchmal gewundert. „Nein, nicht ich habe dich gesund gemacht. Dein Glaube hat dich gerettet!“ 

Und es sind ja nicht alle gesund geworden. So hätten es die späteren Evangelisten gern gehabt: Jesus als Doktor mit Wunderkräften. Zu dem man alle Kranken schicken kann.

Aber Markus und Johannes, die älteren Evangelisten, haben es noch gewusst: Von all den verzweifelten Kranken am Teich Bethesda ist nur ein einziger gesund geworden. Und in Nazareth, wo Jesus auf viel Widerspruch gestoßen ist, ist gar keiner gesund geworden.

Und die Leute haben gesagt: „Da seht ihrs, er kann nicht heilen! Das in Kapernaum und am Teich Bethesda, das war Zufall!“

Wir Menschen wollen es regelmäßig haben, berechenbar. Aber so ist Gott nicht. Ich glaube, man kann sagen: Das Unberechenbare, genau das ist Gottes Wesen. Und so – unberechenbar – ist deshalb auch Gottes Schöpfung.

In dieser Zeit heute lassen wir uns da leicht täuschen. Weil wir uns kaum noch aus erster Hand informieren – über unsere Augen, Ohren und Gefühle informieren. Unserer Wahrnehmung trauen wir nicht. Als Realität erscheint und, was im Fernsehen kommt und der Zeitung. Und da wird uns vorgegaukelt, dass die technische Welt die wirkliche Welt wäre, die digitale Welt, in der man alles planen, berechnen, kontrollieren kann.     

Gut, dass wir heute draußen sind und mit eigenen Augen schauen können. Natürlich müssen wir genau hinschauen, dass uns nicht gleich wieder das technische Denken einen Streich spielt: „Ach die Grashalme, da ist doch einer wie der andere.“ Nein, keiner ist wie der andere. Auf der ganzen Erde wiederholt sich nichts. Wir Menschen können uns das nicht mal vorstellen.

Aber die Erde ist Gottes Schöpfung. Und er liebt das Individuelle, das Einmalige. Zufälle, das sind seine Spuren.

Und jeder von uns steht vor der Entscheidung: Unterwerfe ich mich dem Technisch- Bürokratischen? Oder will ich mir bewusst werden, dass Gott mich bei meinem Namen gerufen hat?

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Gedanke zu “Wie ist Gott?

  1. Hallo Herr Rau, an Ihrer Predigt finde ich nicht gut, dass Sie das Thema Impfen und Wirksamkeit so vereinfacht und irreführend behandeln. Es ist schlimm genug, dass es immer noch Impfgegner gibt, diese werden durch Ihre Argumente doch frei gesprochen. Wie segensreich sind Impfungen für den größten Teil der Menschen und wie relativ sehr gering Impffolgen. Das Gleiche gilt für Corona. Wir müssen uns alle an die gebotenen Maßnahmen halten, das kann doch nicht oft genug gesagt werden. Diese Maßnahmen sind, wie auch Impfungen, sehr begründet, sinnvoll und enorm wichtig. Erst wenn wir das Menschenmögliche tun, Gefahren für Leib und Leben bei uns und unserem Nächsten abzuwenden, was mitnichten eine Unterwerfung unter das Technisch-Bürokratische bedeutet, sondern sich letztendlich auf das Doppelgebot der Liebe gründet, erst dann können wir sagen: das Übrige liegt in Gottes Hand, da beginnt das Individuelle.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.